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Kulinarisches

Das Land der Fliegenden Fische

Das Land der Fliegenden Fische
APR 11,2016 @ 03:35
Barbados ist auch als Land der Fliegenden Fische bekannt. Dieser rund 30 cm lange Fisch kann über dem Wasser „fliegend“ Strecken von bis zu 60 m zurücklegen. Er kommt auch in anderen Gewässern vor, aber die hohe Kunst des Entgrätens wird nirgendwo so beherrscht wie auf Barbados. Der Fliegende Fisch wird hauptsächlich während der Winter- und Frühjahrsmonate gefangen. Er ist schmackhaft, leicht ölig und besonders köstlich, wenn er in weichem Paniermehl und mit der richtigen Menge bajanischer Würze frittiert wird.  

Das Nationalgericht von Barbados ist „Flying Fish and Cou-Cou“. Der Fisch wird gedünstet und mit einer leckeren Sauce aus Butter, Tomaten, frischen Kräutern, Zwiebeln und ein wenig Limettensaft auf Cou-Cou serviert – einer Mischung aus Maismehl, Okraschoten, Wasser und Butter, die zu einer festen Konsistenz eingekocht wird. Außer dem Fliegenden Fisch haben die meisten Fischarten, die auf Barbados serviert werden, sehr wenige Gräten und werden prinzipiell grätenlos serviert. Die beliebteste Fischart sorgt bei Besuchern häufig für Missverständnisse, denn sie ist in der gesamten Region unter der Bezeichnung „Delfin“ bekannt.  

Zwischen diesem saftigen, köstlichen Fisch, der auch Mahi Mahi oder Dorado genannt wird, und dem uns bekannten Schweinswal oder Delfin Marke Flipper besteht jedoch keinerlei Verwandtschaft. Schweinswale lassen sich in unseren Gewässern selten blicken, werden verehrt und niemals gefangen. Dem Delfin ähnlich ist der Barrakuda, nur etwas geschmacksintensiver; daneben gibt es noch den weichen, zarten Roten Schnapper und die Brasse, auch Roter Fisch genannt. Der Wahoo wird fälschlicherweise auf Barbados als Königsfisch bezeichnet und hat festes, leicht trockenes Fleisch. Der Schwertfisch ist fest, kompakt und beinahe fleischig. Der lokale Gelbflossen-Thunfisch ist der fleischigste von allen und schmeckt roh vorzüglich, wird im gegarten Zustand aber ledrig.  

Eine neue Fischfarm im Norden zieht Wolfsbarsche, die seit kurzem auf bajanischen Speisekarten erscheinen. Weniger häufig sieht man Rifffische oder Pottfische. Der berühmteste unter ihnen ist der Crane Chubb, ein weicher, aromatischer Karpfenfisch. Tabiog, auch als Reef Runner oder Rainbow Runner bekannt, Bernsteinmakrelen und Gelbaugenschnapper sind schwer zu bekommen, aber sehr köstlich. Ein vielfältiges Angebot, sauberes Wasser, ein kurzer Weg vom Markt auf den Tisch und Fachkompetenz im Entgräten sind die Zutaten, die Fisch auf Barbados so günstig, gesund und lecker machen.

Quelle des Artikels – Ins & Outs Barbados (Miller Publishing)  

     
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