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Historische Architektur

Die Architektur vieler historischer Stätten, die sich bis heute erhalten haben, spricht häufig vom britischen Einfluss auf der Insel.

Traditionelle Materialien wie Holz und Stein oder auch Koralle verleihen den Gebäuden einen einmaligen barbadischen Charme.Der jakobinische,georgianische und derviktorianischeStil sind vorherrschend. Die entsprechenden Bauwerke wurden größtenteils von Sklaven errichtet. Auch die traditionellen Chattelhouses, die ein integraler Bestandteil des architektonischen Vermächtnisses auf der Insel sind, wurden von Sklaven gebaut. Ihre lebendigen Farben zeugen vom westafrikanischen Einfluss.

Auf Ihren Erkundungstouren werden Ihnen zahlreiche dieser Chattelhouses begegnen, die es in dieser Form nur auf Barbados gibt. Die Bauweise dieser kleinen Holzhäuser geht zurück auf die Zeit der Emanzipation, als die ehemaligen Sklaven Häuser auf dem Plantagengrundstück bauen durften. Da sie kein Land besaßen, konnten sie ihre Häuser nicht auf einem dauerhaften Fundament errichten – sie mussten beweglich sein. Die Lösung bestand in einem kleinen Holzhaus, das auf einer Grundlage aus Korallensteinen ruhte. So konnten die Bewohner bei Bedarf mit ihrem Haus umziehen. Das englische Wort „chattels“ bezeichnet das bewegliche Hab und Gut einer Person, daher auch der Name Chattelhouse. Trotz seines bescheidenen Ursprungs hat sich das Chattelhouse zu einem sorgfältig geplanten Bauwerk mit unverkennbaren Gestaltungsmerkmalen und einer Vielfalt komplexer Zierelemente entwickelt.

Die europäische Kolonisierung der Karibik hat ein reiches architektonisches Erbe hinterlassen. Barbados befindet sich in der glücklichen Lage, die wahrscheinlich größte Vielfalt alter Bauwerke in der englischsprachigen Karibik zu verzeichnen. Diese sind hauptsächlich spät-georgianisch oder viktorianisch, doch es gibt auch eine bedeutende Anzahl früherer Gebäude, darunter faszinierenderweise mindestens acht wichtige Häuser aus dem 17. Jahrhundert und mehrere aus der Zeit um 1700.

Mehr als 381 Jahre nach der Besiedlung im Jahr 1627 hat Barbados eine einzigartige Bandbreite heimischer Stile entwickelt. Sie weisen genügend Ähnlichkeiten untereinander auf, dass man von einer eigenen barbadischen Architekturordnung sprechen kann. Der georgianische Stil nahm den größten Einfluss. Er ersetzte frühere mittelalterliche Hausformen, deren Exemplare dem Großen Hurrikan von 1780 oder auch weniger verheerenden Stürmen in früheren Zeiten zum Opfer gefallen sein müssen.

Die anhaltende britische Präsenz sorgte für eine Kontinuität der architektonischen Grundsätze wie Ausgewogenheit, Symmetrie und Harmonie, die kennzeichnend für den georgianischen Stil sind. Der konservative barbadische Charakter trug zweifellos zu einheitlicheren Stilen bei. Weitere maßgebliche Einflüsse waren die Materialien, das Klima und die finanziellen Bedingungen. Korallenfarbener Kalkstein findet sich überall auf Barbados. Die ausgedehnten Terrassen alter Meeresklippen im Inland machten den Abbau einfach und günstig. Daher wurde dieser Stein bevorzugt als Baumaterial verwendet, mit Ausnahme der nach der Emanzipation der Sklaven entstandenen Chattelhouses aus Holz, die beweglich sein mussten.

Das Klima, vor allem die hohen Temperaturen und schweren Regenfälle, erforderte gut durchdachte Lösungen. Breite Veranden und Jalousiefenster schienen den tropischen Bedingungen angemessen.

Auch Demerara-Fenster (aus Guyana), hohe, belüftete Giebel und gestufte Decken fanden Verbreitung. Aufgrund der Sturmgefahr boten sich flachere, eher horizontale Gebäude an, und es entwickelten sich Dächer mit Brüstungen aus Korallenstein – z.B. die einzigartige „barbadische Brüstung“, die Giebel- oder Walmdächer gegen starken Wind schützte. Die solide Bauweise, die auf der Insel erforderlich war, der vorhandene Korallenstein und vielleicht auch das traditionelle, konservative Wesen der Barbadianer beeinflussten das Erscheinungsbild der edlen großen Plantagenhäuser und der Kirchen, die bis heute auf Barbados zu sehen sind.

Auch die finanzielle Lage des Landes wirkte sich mitunter maßgeblich auf das Bauen aus. Barbados kam innerhalb von zwanzig Jahren nach der Besiedlung zu Wohlstand und Bedeutung. Im Jahr 1638 trieben Colonel James Drax und andere Plantagenbesitzer die Zuckerproduktion voran, die Mitte der 1640er Jahre zu großem wirtschaftlichem Erfolg führte. Als Bridgetown im Jahr 1666 durch einen Brand und 1675 durch einen Hurrikan zerstört wurde, war genug Geld da, um die Stadt im großen Stil wieder aufzubauen.

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